Sehr lesenswerter Lesestoff!!!

Anmerkung: Das Buch habe ich selbst gekauft.

Kein Dach über dem Leben: Biographie eines Obdachlosen Taschenbuch – 15. Dezember 2017
von

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Kein Dach über dem Leben – Richard Brox

Richard Brox (Autor), Günter Wallraff (Vorwort), Dirk Kästel (Mitwirkende)

 

Das Buch kostet neu 9,99 €.

Klappentext:

Die Straße ist ein gefährlicher Ort geworden für Berber, aber für Richard Brox war sie drei Jahrzehnte lang auch das Reich der Freiheit, der Selbstbestimmung und der Würde. Seine Website mit Tipps und Bewertungen sozialer Anlaufstellen in vielen Städten der Republik machte ihn zum wohl bekanntesten Obdachlosen Deutschlands. Hier erzählt er seine Geschichte, die erschütternden Erlebnisse eines begabten Jungen, der es schafft, aus den Gewalterfahrungen seiner Kindheit und der Drogenkarriere seiner Jugend auszubrechen und sich freizukämpfen. Ein Lehrstück über die Schattenseiten unserer Gesellschaft und ihre soziale Verwahrlosung.

Eigene Meinung:

Ich habe das Buch von Richard Brox beim Stöbern nach neuem Lesestoff eher zufällig entdeckt. Neugierig geworden, habe ich zunächst nach seinem Namen gegoogelt und bereits vieles über Herr Brox erfahren. Weil mich sein Schicksal stark interessiert hat, habe ich mir das Buch schließlich gekauft.

Richard Brox berichtet sowohl von der Gegenwart, aber auch von seiner Kindheit, Jugend und wie er in die Obdachlosigkeit hineingeriet. Das Buch beginnt zu dem Zeitpunkt, wo er tatsächlich auch die Wohnung verliert, die er sich zuvor mit seiner Mutter geteilt hatte, die kurz zuvor starb.

Insgesamt hat Herr Brox dreißig Jahre auf der Straße gelebt und hat sich als Berber durchs Leben geschlagen. Seine Geschichte erzählt er teils sachlich, an anderen Stellen sehr emotional. Im letzten Teil lernt man sehr viel über die traurige Geschichte seiner Eltern kennen und wie dies auf die ganze Familie Einfluss nahm. Die Eltern überlebten das dritte Reich und kämpften ihr restliches Leben mit den Traumata. Dies hat auch den Verlauf von Richard Brox sehr stark geprägt. Die Obdachlosigkeit, die in Deutschland ja auch immer noch stark verbreitet ist, wird hier von einer anderen Perspektive beleuchtet. Trotz seines Schicksals und vieler schlimmer Erlebnisse jammert er nicht, schlägt aber immer wieder auch kritische Töne an.

Eine sehr authentische, ehrliche Erzählung, die einen mitnimmt und mitreißt. Die Geschichte regte mich sehr stark zum Nach- und Umdenken an. Es kann so schnell gehen, dass man „Dach mehr über dem Leben“ hat und alles verliert. Auch was es eigentlich bedeutet auf der Straße zu leben und keinerlei Privatsphäre mehr zu haben, ständig angreifbar zu sein, zeigt die Bestsellerbiografie sehr deutlich.

Das Buch ist ein sehr wertvolles Gut. Es liest sich schnell, der Stil ist flüssig. Ich habe aus dieser Geschichte viele wertvolle Informationen für mich ziehen können und kann es jeden nur wärmstens empfehlen. Ein sehr guter Lesestoff, der auch für als Schullektüre geeignet wäre.

 

Über Richard Brox:

Herr Brox hat einen eigenen Blog sohnmannheims.blogspot.com. Hier schreibt er aber nur gelegentlich. Auf dem zweiten, älteren Blog Ohne Wohnung – was nun? kannst Du aber auch vorbeischauen. Er hinterlässt auf seinem Blog Eindrücke von Obdachlosenunterkünften und teilt  seine Erlebnisse. So leistet er Hilfe für andere Menschen in ähnlicher Situation. Wenn Sie den Blog lesen können, wissen sie wo sie Unterschlupf finden können und wo sie besser nicht hingehen.

Richard Brox hat in seiner Jugend auf der Straße zu Drogen und Alkohol gegriffen. Er hat in verschiedenen Heimen gelebt, Übergriffe erlitten und ist trotzdem nicht daran zerbrochen. Diese Laster hat lange hinter sich gelassen. Er ist ein sehr engagierter Mensch, der niemals aufgegeben hat.

Die Einnahmen dieses Buches möchte Richard Brox in eine Art Hospiz für Obdachlose investieren. Damit möchte er erreichen, dass Menschen, die auf der Straße leben, am Ende ihres Lebens ihre letzten Tage in Geborgenheit und Frieden verbringen können. Dieses Projekt ist bisher in Deutschland einzigartig. Spenden und Unterstützung werden deshalb dankbar angenommen.

Richard Brox ist  eng mit dem Schriftsteller Günter Wallraff befreundet, bei dem er auch eine Zeit lang wohnte und in dessen Filmprojekt („Unter Null – Obdachlos durch den Winter“) er mitwirken durfte. Außerdem spielen sie gerne zusammen Schach.

Die Biografie „Kein Dach über dem Leben“ hat er seinem Freund Ralph gewidmet. Dieser lebte ebenfalls auf der Straße und starb an Leberkrebs. Auch deshalb möchte Richard Brox unbedingt das Hospiz aufbauen, da er es seinem Freund am Sterbebett versprochen hat.

Vielleicht habe ich Dich ja nun angefixt mit dem „Kein Dach über dem Leben“. Ich hoffe es sehr. Falls Du das Buch schon gelesen hast, freue ich mich über Deinen Kommentar unter meinem Beitrag.

Liebe Grüße

Susi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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